Backups sind Pflicht – aber kein Schutzschild

Backups gehören zu den wichtigsten IT-Grundlagen. Trotzdem erleben wir in der Praxis immer wieder dasselbe Szenario: Unternehmen haben Backups – und stehen nach einem Sicherheitsvorfall trotzdem still.

Der Grund ist simpel: Backups retten Daten, aber sie verhindern keine Angriffe.

Was Backups tatsächlich leisten

Backups haben genau eine Aufgabe: Daten nach einem Verlust wiederherzustellen. Das ist wichtig – aber stark begrenzt.

  • Sie erkennen keine Angriffe
  • Sie stoppen keine Schadsoftware
  • Sie verhindern keine Datenabflüsse

Das große Risiko: Ransomware

Moderne Ransomware greift gezielt Backups an. Sobald Angreifer Zugriff auf das System haben, werden Sicherungen gelöscht, manipuliert oder gleich mitverschlüsselt.

Ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen sind Backups oft genauso kompromittiert wie die Originaldaten.

Warum Restore-Tests entscheidend sind

Ein Backup, das nie getestet wurde, ist kein Backup – sondern eine Hoffnung.

Wir sehen regelmäßig:

  • defekte Backup-Sets
  • fehlende Wiederherstellungsrechte
  • veraltete oder unvollständige Daten

Der unterschätzte Faktor: Zeit

Selbst wenn ein Backup vorhanden und technisch funktionsfähig ist, bedeutet das nicht, dass der Betrieb schnell wieder aufgenommen werden kann. Je nach Datenmenge, Infrastruktur und Abhängigkeiten kann ein Restore Stunden oder sogar Tage dauern.

In dieser Zeit stehen Systeme still, Mitarbeiter können nicht arbeiten und Kunden verlieren Vertrauen. Backups beantworten die Frage „Können wir unsere Daten wiederherstellen?“ – nicht aber „Wie schnell sind wir wieder handlungsfähig?“.

Backups schützen keine sensiblen Informationen

Ein oft übersehener Punkt: Backups verhindern keinen Datenabfluss. Werden Kundendaten, Zugangsdaten oder interne Dokumente exfiltriert, ist der Schaden bereits entstanden – selbst wenn alle Systeme erfolgreich wiederhergestellt werden.

Gerade im Hinblick auf DSGVO, Haftung und Reputationsverlust ist das ein kritischer Aspekt. Sicherheit bedeutet nicht nur Verfügbarkeit, sondern auch Vertraulichkeit und Integrität.

IT-Sicherheit ist kein einmaliges Projekt

Viele Unternehmen betrachten Sicherheit als abgeschlossene Aufgabe: Backup eingerichtet, Firewall aktiv, Thema erledigt. In der Realität verändern sich Bedrohungen, Systeme und Angriffsflächen jedoch ständig.

Ein wirksames Sicherheitskonzept muss regelmäßig überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden. Nur so bleibt es auch dann wirksam, wenn sich Technik und Angreifer weiterentwickeln.

Was ein echtes Sicherheitskonzept zusätzlich braucht

Ein funktionierendes Sicherheitskonzept besteht aus mehreren Ebenen:

  • Monitoring & Logging – Angriffe erkennen, bevor Schaden entsteht
  • Patch- & Update-Management – bekannte Lücken schließen
  • Zugriffskontrollen & MFA – Angriffsflächen minimieren
  • Immutable Backups – unveränderbare Sicherungen
  • Regelmäßige Sicherheitsprüfungen

Fazit

Backups sind unverzichtbar – aber sie sind nur ein Baustein. Wer sich ausschließlich darauf verlässt, reagiert erst, wenn der Schaden bereits da ist.

IT-Sicherheit bedeutet, Risiken frühzeitig zu erkennen, Angriffe zu verhindern und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Oder anders gesagt:
Backups sind der Airbag – aber ohne Bremsen fährt man trotzdem gegen die Wand.

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